Schützenverein Istha 1963 e. V.
 
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  · Stehend Schießen

· Mentale Vorbereitung und Mentales Training

· Das Abziehen

· Die Atmung

 
   
 
Stehend Schießen

Gerade weil das Stehendschießen so anspruchsvoll ist, hat es unter den Sportschützen die meisten Anhänger. Die Technik dieses Anschlags darf man beruhigt zu den unendlichen Geschichten rechnen. Niemand beherrscht es perfekt, jeder kann noch jede Menge dazulernen.
 
 
Der Kopf wird mit dem Wangenknochen auf dem Schaftrücken abgelegt. Der Blick fällt bei entspanntem Hals exakt in die Visierung.

Die rechte Schulter ist entspannt und gesenkt. Die Schaftkappe sitzt mit festem Druck nah am Oberarmgelenk.

Die rechte Hand umfasst den Griff kräftig. Der Arm selbst ist entspannt, wird aber durch die Schaftlänge relativ hoch fixiert.

Der Oberkörper ist zurückgelehnt und im Schultergürtel zum Ziel hin gekippt. Beim Atmen über den Bauch werden die Muskeln bewusst entspannt, damit der Rumpf sinkt und in sich zusammensackt.

Die Hüfte wird zum Ziel vorgeschoben. Dabei neigt sie sich, bleibt aber auf der Linie zur Scheibe.

Das rechte Bein wird nach außen gestellt. Es stützt den Anschlag, trägt allerdings nur etwa 10-30 % des Gewichts.

Das rechte Knie ist locker durchgedrückt. Durch feine Variation der Drehung des rechten Fußes lässt sich die Spannung um die Kniescheibe einstellen.

Der rechte Fuß bestimmt die Höhe, Ausrichtung und Spannungsverhältnisse im Anschlag. Er ist wichtig zur Korrektur der Balance, des Nullpunktes und der Muskelverspannungen. Der Fuß wird im Verlauf des Schießens immer wieder fein versetzt, um Veränderungen auszugleichen. Als Grundhaltung empfiehlt sich eine leichte Drehung nach außen.

Die linke Schulter ist gesenkt. Der Arm liegt mit wenig Druck am Brustkorb an. Erst der Ellenbogen hat Kontakt.

Das linke Handgelenk steht aufrecht und ist ohne aktive Spannung. Die Hand wird häufig zur Faust geballt. Schützen mit relativ langen Armen halten den Schaft in verschiedenen Variationen zwischen den Fingern oder in der Handfläche. Der linke Unterarm steht annähernd senkrecht. Muskelspannungen im gesamten Arm und in der Hand sind minimal.

Der linke Ellenbogen ist das Schlüsselelement für die Spannungsverteilung und Ausrichtung des Oberkörpers. Ein sicherer Ansatzpunkt am Beckenkamm ist nötig, damit der Stützarm absolut gelockert werden kann. Durch feine Verlagerungen des Ansatzpunktes werden Balance und Nullpunkt reguliert.

Das Becken wird zur Scheibe vorgeschoben, dabei hebt sich der Hüftkamm und das linke Bein wird stärker belastet. Das Vorschieben geschieht gegen den Widerstand der Muskeln und Sehnen, es sollte jedes Mal gleich weit passieren. Beim Einsetzen des Gewehrs in die Schulter und mit der Drehung zum Ziel muss die Hüfte auf der Linie zum Ziel bleiben.

Das linke Bein steht annähernd senkrecht, es trägt den überwiegenden Teil des Gewichtes von Körper und Waffe. Feine Drehungen sorgen für die Fixierung des Knies, falls es im Eifer eines Wettkampfes mach schlackern sollte.

Die tragende Säule besteht aus dem linken Fuß, dem Bein, dem Becken, dem linken Unterarm und der Hand. Im Anschlag solltest du klar empfinden, dass sich das Gewicht des Gewehrs entlang dieser Linie auf den Boden ableitet.

Der linke Fuß ist wieder für Balance, Statik und Ausrichtung des Anschlag verantwortlich. Die feinen Nerven an der Fußsohle melden in jedem Moment, wie das Gewicht verteilt ist. Diese Information ist wesentlich für die Kontrolle deiner Seitenschwankungen. Als Grundstellung wird die rechtwinklige Ausrichtung des Fußes zur Scheibe bevorzugt

 

 

 
Mentales Training

Mentales Training zum Sportschiessen


Mentales Training

· Gehkontrolle: gerade Strecke von 20m gehen, Zeit stoppen, mit geschlossenen Augen Strecke im Geist gehen. Zeit vergleichen sie sollte möglichst exakt sein.

· Blind: Augen schließen und Umgebung mit geschlossenen Augen sehen

· Schlüsselstellen: Grundlage des Abziehens im Kopf durch Definition des exakten Abziehvorgangs

· Abziehen im Kopf: Schlüsselstellen auswendig lernen, Ablauf mit Geräuschen und Gefühlen verbinden, 3x durchführen, Pause und erneut 3x, Zeitkontrolle

· durchspielen: Situationen und Probleme im Wettkampf im Geist durchspielen und Lösungsstrategien entwerfen


Entspannung

· Musikentspannung: Entspannungslied mit geschlossenen Augen in entspannter Haltung über Kopfhörer hören

· Atemruhe: einatmen und doppelt solange ausatmen (perfekter Schuss)

· Blitzentspannung: Schlüsselbund in der Hand halten und an eine Wand lehnen, Augen schließen und versuchen einzuschlafen, nach 2-4 Minuten entspannen die Muskeln und der Schlüsselbund fällt zu Boden


Konzentration

· langsame Körperbewegung: Mit geschlossenen Augen, auf rechtes Bein stellen, linkes Bein nach vorn - zur Seite und zurück zum Körper, danach Beinwechsel

· Den Blick unter Kontrolle halten: nur auf die Dinge blicken, auf die man sich konzentrieren will

· Konzentrationsprogramm: 1. Blickkontrolle, 2. Selbstaufforderung, 3. Ritual (vor/ zur Einleitung des nächsten Schusses)


Unmittelbare Wettkampfvorbereitung

· Störungen: Testwettkampf mit Störungen durchführen (Störgeräusche, vorher Hampelmann machen, unerwartete Unterbrechungen, Zeitdruck...)

· Prognosetraining: Vor einer Serie oder vor einem Testwettkampf eine Prognose der Leistung abgeben, aufschreiben und/oder Partner informieren, danach Ergebnis vergleichen

· Problem: An einem ungestörten Ort zuerst Atemruhe, dann verschiedene Probleme während des Wettkampfs durchspielen (verrissener Schuss, gebrochener Schlagbolzen, aufkommende Aufregung, Problem mit dem Abzug...)

 


Warm-Up vor/in dem Wettkampf

· Körperliches Aufwärmen

· Mentales Aufwärmen

· Langsame Körperbewegung (2min)

· Atemruhe (perfekter Schuss) (1min)

· Konzentration

· Blickkontrolle

· Selbstaufforderung

· Konzentriere dich aufs Korn

· Konzentriere dich auf die perfekte Technik

· Ich bin entspannt und kontrolliere die Technik

· Ritual zum nächsten Schuss

· Entspannung

· Atemruhe (perfekter Schuss)

· Langsame Körperbewegung (nicht im Wettkampf)


 

 
Das Abziehen

Beim Abziehen gibt es verschiedene Grundregeln die zu beachten sind:

· Die richtige Handhaltung am Pistolengriff des Gewehrs. Die rechte/ Linke Hand greift den Schaft mit festen Griff ohne die Finger zu verkrampfen.

· Der Zeigefinger soll von der Fingerwurzel bis zur Kontaktstelle am Abzugshebel frei beweglich sein und nicht den Schaft oder den Abzugsbügel berühren.

· Der Finger muss so am Abzugsbügel anliegen, dass der Druck genau in der horizontalen Schussebene von vorn nach hinten erfolgen kann und nicht diagonal oder gar seitlich.

· Die Abzugsmechanik muss einwandfrei funktionieren. Der Abzug darf nicht schleifen und der Druckpunkt muss stehen. Der Abzugswiderstand bestehend aus Vorzugswiderstand und der Druckpunktwiderstand, beträgt bei Luft- und Kleinkalibergewehren zwischen 80 und 120 g.

Es gibt zwei verschiedene Arten des Abziehens. Zum einen das bewusste Abziehen. Das bewusste abziehen steht am Beginn der Entwicklung. Man krümmt den Finger, wenn man das Idealbild vor Augen hat. Bei Anfängern und untrainierten Schützen hat dies Nebenwirkungen zur Folge. Die Schüsse werden verrissen und landen weit außerhalb der erwünschten Ringzahl.

Die zweite Art des Abziehens ist das unbewusste Abziehen. Das unbewusste Abziehen lässt sich trainieren. Der Schütze löst den Schuss nicht mehr aus, wenn er das Idealbild erkennt, sondern der Finger krümmt sich durch einen vom Auge ausgelösten Reflex. Idealbilds sehen und Abzug betätigen erfolgt ohne Zeitverlust. Hier liegt ein teil der besonderen Fähigkeiten der Spitzenschützen. Sie sind fähig, diesen Reflex so kontrolliert auszulösen, dass weder Verzögerungen noch Nebenreaktionen auftreten. Der Schütze nimmt nach dem Einrichten des Anschlags den Druckpunkt und verstärkt den Druck auf den Abzugshebel ständig, dadurch wird der Schütze vom Schuss überrascht.
 
 

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